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„Evangelisches Fähnchen hochhalten“: Debut beim Rosenmontagszug

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Für Stadtsuperintendent Bernhard Seiger und Torsten Krall, Superintendent des Kirchenkreises Köln-Rechtsrheinisch, war es eine Premiere: Zum ersten Mal waren sie, in den Reihen der KG Uhu, Teil des Kölner Rosenmontagszuges. Die KG Uhu feiert in diesem Jahr ihr 100-jähriges Bestehen, und so war die Freude groß, zu diesem besonderen Zug sozusagen aus der „Pole-Position“ der Kartause starten zu dürfen.

Insgesamt machten sich ein Wagen, zwei Kapellen, zwei Fußgruppen sowie das legendäre „Schnäuzerballett“ der KG Uhu auf den etwa 7,5 km langen Zugweg. Da es in der Regel etwa fünf Stunden dauert, bis sich alle Teilnehmenden aufgestellt haben, und sich die Uhus mit der Startnummer 55 erst relativ weit hinten in den 68 Gruppen umfassenden Zug einreihen mussten, blieb genug Zeit, um sich in der Kartause ganz entspannt mit Brötchen, Kaffee, Kölsch und Erbsensuppe für den Weg zu stärken.

„Wir sind froh, dass wir das evangelische Fähnchen hochhalten können“, meinte Stadtsuperintendent Bernhard Seiger und bekannte: „Je länger ich dabei bin, desto mehr Spaß macht mir der Karneval! Man fühlt sich sofort willkommen.“

Superintendent Torsten Krall findet den Karneval „für den Zusammenhalt im Veedel sehr wichtig“, auch für die „Integration“ der Evangelischen in das katholisch geprägte Köln. Das ausgiebige gemeinsame Singen betrachtet Krall als eine „besondere Qualität“ Kölns.

Für Bernhard Seiger sind vor allem die Schull- und Veedelszöch ein „Integrationsprojekt“ und er zeigte sich auch begeistert von der „textilen Seite“ des Karnevals – Fantasie und Kreativität bei den Kostümen, oft verbunden mit viel Handarbeit.

„Kirche und Karneval verbindet die Zuversicht“

Und wo sind die Verbindungslinien zwischen Kirche und Karneval? Bernhard Seiger fällt dazu einiges ein: „Es geht ja um ein bewusstes Leben mit der Zeit“, erklärte er und verwies auf den Wechsel von Fülle und Verzicht, der ja eng mit den Ursprüngen des Karnevals verbunden ist.

„Kirche und Karneval verbindet die Zuversicht“, stellte Seiger außerdem fest, eine „Resilienzkraft“, die nicht vor den Herausforderungen des Lebens kapituliert, sondern ihnen mit Heiterkeit und Gottvertrauen entgegentritt. Zudem würden zum Karneval eine gewisse Widerständigkeit und kritische Distanz gehören – also im Grunde „urprotestantische“ Tugenden.

Wahrhaftig kein „Novize“ im organisierten Karneval ist Pfarrer i.R. Otmar Baumberger, seit 25 Jahren Mitglied bei den Uhus und ebenso lange deren Regimentspfarrer. „Seine“ KG Uhu beschrieb er als „ein bisschen verrückt“ und erinnerte sich beispielsweise an die „Ordensverleihung to go“ während der Pandemie.

15 Jahre lang hat er selbst im „Schnäuzerballett“ mitgetanzt und der Prots-Sitzung stand er viele Jahre als Präsident vor. Für Baumberger ist auch der ökumenische Aspekt des Karnevals wichtig, dass jeder mitmachen darf, ohne Ansehen von Herkunft oder Konfession.

Text: Priska Mielke
Foto(s): Priska Mielke

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