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„Wir als Kirche stehen in Vielfalt zusammen“: Gemeinden Bickendorf und Ehrenfeld haben fusioniert

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„Ich bin Torsten Sommerfeld. Pfarrer der Evangelischen Kirchengemeinde Ehrenfeld.“ Nicht nur der ehemalige Bickendorfer Pfarrer, auch die Gemeinde in der voll besetzten Friedenskirche an der Rothehausstraße in Ehrenfeld musste schmunzeln. Es war schließlich das erste Mal, dass Sommerfeld diesen Satz während eines Gottesdienstes sagte. Es galt, in einem Gottesdienst die Fusion der beiden Kirchengemeinden aus Ehrenfeld und Bickendorf zu feiern.

Die neue Evangelische Kirchengemeinde gibt es seit dem 1. Januar 2024. Die ursprünglichen Gemeinden haben sich am 31. Dezember des vergangenen Jahres aufgelöst. Die neue Gemeinde umfasst den gesamten Stadtbezirk Ehrenfeld und zählt in den Stadtteilen Ehrenfeld, Neuehrenfeld, Bickendorf, Ossendorf, Vogelsang und Bocklemünd rund 13.000 Gemeindeglieder.

„Wir bündeln unsere Kräfte“

Markus Zimmermann, Superintendent des Kirchenkreises Köln-Nord, führte die Mitglieder des Bevollmächtigtenausschusses in ihre Ämter ein. Der Ausschuss leitet die Gemeinde bis zur nächsten regulären Presbyteriumswahl am 18. Februar dieses Jahres. Zimmermann lobte die Gemeinde für die Fusion. „Sie haben einen wichtigen strukturellen Schritt gemacht. Wir als Kirche stehen in Vielfalt zusammen. Wir bündeln unsere Kräfte und bleiben weiter stark. Es gibt keinen Grund, uns kleinzureden. Wir hier im Stadtbezirk Ehrenfeld sind weiter für die Menschen da.“

Schon seit einigen Jahren hat man im Kirchenkreis überlegt, ob die Fusion Sinn ergibt. Hintergrund waren die sinkenden Gemeindegliederzahlen. Ehrenfeld und Bickendorf waren die idealen Partner. Nicht zuletzt wegen der räumlichen Nähe. Und ganz fremd war man sich auch nicht. Bis in die 60er Jahre war die Gemeinde Bickendorf Teil der Gemeinde Ehrenfeld. Die Festpredigt hatten die Pfarrpersonen der Gemeinde unter sich aufgeteilt.

„Wir werden unsere Herzen und unsere Türen öffnen“

Den Auftakt machte Nico Buschmann. Er nannte die Kirche einen Ort der Gottesbegegnung. Gott zu begegnen heiße, sich umstoßen und wieder aufrichten zu lassen. „Man erkennt sich nicht wieder und ist nicht wiederzuerkennen. Aus Schafhirten macht Gott stattliche Könige.“ So würden Menschen, die von sich glaubten, nicht gesehen zu werden, beachtet. Torsten Sommerfeld stellte sich vor als großer Weihnachtsfan. „Mit Krippenspiel, Seniorenadvent und ganz viel Spekulatius.“ An Weihnachten zeige sich die Güte und Menschenfreundlichkeit Gottes. Dafür nehme er sogar den Tod seines Sohnes in Kauf. „Wir sind an den Menschen orientiert, hier in den Stadtteilen, in denen wir Gemeinde Jesu Christi sind. Gemeinde mit den Menschen und für die Menschen.“ Jeder und jede solle seine und ihre Bedürfnisse einbringen. „Ich bin sehr gespannt. Wir werden offen sein und uns auch immer wieder infrage stellen.“

Sommerfeld zitierte Dietrich Bonhoeffer: „Kirche ist nur dann Kirche, wenn sie Kirche für andere ist.“ Und: „Die Menschenfreundlichkeit Gottes kann unserer Gemeinde den Weg weisen.“

Pfarrer Martin Dielmann wünschte sich die neue Gemeinde als Ort der Gastfreundschaft. „Wir werden unsere Herzen und unsere Türen öffnen. Wir sind bereit, jeden zu empfangen. Jeder, der herkommt, soll Gottes Liebe erfahren und in unserer Gemeinde Heimat finden.“

Ort für die Begegnung mit Gott

Pfarrerin Kristina Tsoleridis nannte die Gemeinde einen „richtig guten Ort für die Begegnung mit Gott“. Bei diesen Begegnungen würden immer wieder Fragen aufkommen. „Was ist der Sinn des Lebens? Gibt es Gott?“ Auch als Pfarrerin könne sie nicht auf alle Fragen zufriedenstellende Antworten geben. „Aber ich kann mich einbringen mit meiner Beziehung zu Gott. Und wir als Gemeinde können uns auf die Suche machen nach Antworten. Und es wird Antworten geben.“ Tsoleridis zitierte Lukas 11, 9-10: „Bittet, so wird euch gegeben. Suchet, so werdet ihr finden. Klopfet an, so wird euch aufgetan. Denn wer da bittet, empfängt, und wer da sucht, findet. Und wer da anklopft, dem wird aufgetan.“

Für Gelächter in der Gemeinde sorgte Pfarrer Stefan Dross mit seinem Bekenntnis: „Ich habe richtig Bock auf diese Gemeinde.“ Glaube. Liebe. Hoffnung. In jedem Gottesdienst werde das Geheimnis des Glaubens gefeiert, wenn die Gemeinde zusammenkomme. „Das versichern wir uns immer wieder der Liebe Gottes. In unserer Gemeinde kann jeder erleben, was es heißt, angenommen zu sein.“ Die Gemeinde sei eine Gemeinschaft der Hoffnung. „Ich bin ein geliebtes Kind Gottes und schließe mich mit denen zusammen, die das Gleiche glauben.“

Text: Stefan Rahmann
Foto(s): Stefan Rahmann

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