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Superintendent Markus Zimmermann führt Maike Pungs in ihr Amt als 1. stellvertretende Skriba ein

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Markus Zimmermann freute sich über einen großen Artikel in der Lokalzeitung, der sich Maike Pungs für ein Gespräch zur Verfügung gestellt hatte. „Es hat alles gestimmt“, erklärte der Superintendent. Aber eine Ungereimtheit hatte er dann doch entdeckt. „Da steht, sie sei eine Frau, die die Kirche verändern möchte. Als hätte sie das bisher nicht getan.“

Zimmermann war in die Friedenskirche in Sinnersdorf gekommen, um Pfarrerin Pungs in ihr neues Amt einzuführen. Die Synode des Kirchenkreises Köln-Nord hatte Pungs im November des vergangenen Jahres zur 1. stellvertretenden Skriba und damit in den Kreissynodalvorstand gewählt. „Ich freue mich, dass die Synode dich gewählt hat“, sagte Zimmermann und verwies auf die zukunftsgerichtete Arbeit der Sinnersdorfer Pfarrerin.

So habe man sich früher als andere der Frage angenommen, wie man kirchliche Grundstücke am besten nutzen könne, um Einnahmen zu erzielen. Es gelte generell auszuloten, „wie viel Kirche“ es in Zukunft noch geben werde. Die energetische Sanierung von kirchlichen Gebäuden müsse dort, wo es möglich und wirtschaftliche sinnvoll sei, vorangetrieben werden. „Das sind alles nichts sehr vergnügliche Entscheidungen.“ Mit den Kirchenaustritten und der Forum-Studie zum Missbrauch in evangelischen Einrichtungen benannte der Superintendent weitere Probleme, denen man sich stellen müsse.

„Wir haben über Jahrzehnte weggeschaut und nicht in die Personalakten geguckt. Jetzt stehen wir mit dem Rücken zur Wand. Wir müssen die Missbrauchsfälle konsequent aufarbeiten. Das geht in erster Linie nur mit den Betroffenen. Wir haben mit den Schutzkonzepten einen ersten Schritt gemacht.“ Zimmermann warf auch einen Blick in die Zukunft. In voraussichtlich zwei Jahren werde es nur einen linksrheinischen Kirchenkreis geben. „Wir freuen uns auf die Veränderungen. Sie werden einhergehen mit Entlastungen. Vieles wird einfacher.“

Da werde eine Frau gebraucht, die die Kirche verändern wolle. Zimmermann sagte, er sei dankbar dafür, „dass wir nicht aufgeben, auch wenn wir unter Dauerstress stehen“. Angesichts der weltweiten Krisen kämen die Gesellschaften kaum nach. Umso wichtiger seien Menschen wie Maike Pungs, die ihre Aufgaben erfüllten. „Die Kirche wird es weiter geben. Wir lassen uns leiten vom Evangelium Jesu Christi, weil Gott seine Kirche leitet und führt.“ Natürlich sei es schwierig, Liebgewonnenes aufzugeben. „Wir sollten nicht danach fragen, was wir nicht mehr haben. Wir sollten fragen, welche Potenziale wir haben. Bleiben Sie zuversichtlich.“

„Gott meint es gut mit uns“

Pungs griff in ihrer Predigt die Hektik auf, mit der die Menschen in ihrem Alltag zurechtkommen müssten. „Bei mir zu Hause ist es auch immer trubelig. Morgens müssen alle früh raus. Abends treffen wir uns dann zum Abendessen. Der Tagesablauf ist durchgetaktet.“ Sogar Rentner begrüßten sich auf der Straße mit den Worten „Keine Zeit“. Arbeitsabläufe seien mittlerweile extrem verdichtet. Es gebe ein gesundes Maß an Stress. Übermaß mache krank. Eine ausgewogene Balance zwischen Arbeit und Nichtstun sei anzustreben.

Pungs erinnerte an den Bauern aus dem 4. Kapitel des Markus-Evangeliums, der die Samen auf das Feld werfe und geduldig abwarte,  bis die Frucht reif ist. Das Abwarten geschehe in einer fast provozierenden Ruhe. Zum richtigen Zeitpunkt ernte der Bauer die reifen Früchte. „Trubel und Aktionsmus nutzt da nichts.“ Wie im Leben. Freundschaften zu stiften, brauche Zeit. Das gelte auch für Gemeinden, die zusammenwachsen. „Das braucht Zeit und beherztes Tun zum richtigen Zeitpunkt.“ Wichtig sei, „sich von einer hoffnungsfrohen Gelassenheit anstecken zu lassen. Das Reich Gottes wächst und reift. Und wir wissen: Gott meint es gut mit uns.“

Maike Pungs: Biografisches

Maike Pungs wurde in Essen geboren. Ihr Vater war evangelischer Pfarrer. Als Fünfjährige zog sie mit ihrer Familie nach Porz, weil ihr Vater dort eine Pfarrstelle antrat. Theologie studierte Pungs in Wuppertal, Heidelberg und Jerusalem. Und sie begann ein Mathematikstudium, das sie 2005 beendete. Seit 2010 arbeitet die Mutter von drei Kindern als Pfarrerin in Sinnersdorf.

Text: Stefan Rahmann
Foto(s): Stefan Rahmann

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