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Dreigestirn besucht Haus der evangelischen Kirche – Parallelen zwischen Kirche und Karneval

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Wenn solche schillernden Ehrengäste wie das Kölner Dreigestirn, Prinz Sascha I., Bauer Werner und ihre Lieblichkeit, Jungfrau Frieda, mit Gefolge das Haus der evangelischen Kirche besuchen, ist es ja fast schon folgerichtig, dass sich auch ein Kardinal die Ehre gibt. Walter Oel, einer der vielen Gäste an diesem Nachmittag, lacht, als er auf sein Kostüm angesprochen wird: „In der Kirche sind doch alle gleich. Da geht auch ein bisschen Ökumene.“

Mit diesem Satz hat er ausgesprochen, was Stadtsuperintendent Bernhard Seiger etwas später in seiner Begrüßung bekräftigen wird, als er an die ökumenische Feier im Dom zur Eröffnung der Karnevalssession erinnert. Dazu skizziert er die Parallelen von Kirche und Karneval, die ja ohnehin schon immer irgendwie zusammengehört haben: „Zuversicht zu schenken ist unsere gemeinsame Aufgabe.“

„Karneval ist bunt und soll auch so bleiben“

Dass dem Dreigestirn aus dem Hause Klupsch der Besuch der Kartause wichtig war, betont Bauer Werner. „Wir wollen zeigen: Wir sind allen Religionen verbunden. Karneval ist bunt und soll auch so bleiben.“ Prinz Sascha I., im richtigen Leben Neffe des Bauern, spricht ebenfalls von seinem Wunsch, die fünfte Jahreszeit als friedliches und fröhliches Fest zu feiern und stellt den Besuch unter das Motto „Fastelovend für alle!“ Das ganz offizielle Motto der Tollitäten lautet übrigens „Wat e Theater – Wat e Jeckespill“.

Ein Dreigestirn, das diesmal aus Vater, Sohn und Onkel besteht, ist nicht nur eine Besonderheit, sondern passt auch gut zum Prinzen, der zur Begrüßung klarstellt: „Familie ist wichtig, und wir Jecke sind doch alle eine Familie, egal wo wir herkommen.“

Deutliche Sätze von Pfarrer Thomas Herzberg, seines Zeichens Regimentspfarrer der Karnevalsgesellschaft Treue Husaren Blau-Gelb von 1925, die seit 24 Jahren zum ersten Mal wieder das karnevalistische Zuhause des Dreigestirns ist, lassen die bunt kostümierten Gäste erst still werden und dann umso lauter applaudieren. Markus Herzberg zitiert eine Mainzer Büttenrede aus dem Jahr 2022. Darin heißt es unter anderem, hier umgemünzt auf Köln: „Köln ist weltoffen, ihr nehmt uns die Freiheit nicht. Juden, Christen und Muslime leben hier zusammen, die Demokratie wird triumphieren, dieses Land werdet ihr niemals regieren.“

Eine Hommage an die Vielfalt

Und es ist sicherlich auch kein Zufall, dass das Medley, mit dem das Dreigestirn schließlich alle zum Tanzen und Singen bringt, mit dem „Jröne Papagei“ von Kasalla und Eko Fresh, einer Hommage an die Vielfalt, startet. Ja, kräftig tanzen lässt das singende Dreigestirn, unterstützt von Kantor Thomas Frerichs, seine Gäste und hat sogar Zeit für Fotos, trotz weiterer Termine – mehr als 400 sind es insgesamt in dieser ziemlich kurzen Session, ein gutes Dutzend stehen am Tag des Besuchs im Haus der evangelischen Kirche auf der Liste.

Auch bei den Terminen herrscht Vielfalt, wie Bernhard Seiger betont: „Es ist ganz wunderbar, dass ihr auch soziale Einrichtungen besucht. Das zeigt euer waches Gewissen. Der Verein ,Kleine Hilfen Köln`, den wir, ebenso wie ihr, unterstützen, ist eine weitere Verbindung zwischen uns.“

Auffällig viele als Bauarbeiterinnen und Bauarbeiter Verkleidete

Der Stadtsuperintendent hatte sich übrigens erneut die Zimmermannskluft angezogen, während auffällig viele gut gelaunte Bauarbeiterinnen und Bauarbeiter die Räume bevölkerten. Ein „subtiler“ Hinweis auf das Projekt „Campus Kartause“, das als Haus der Bildung schon bald in der Kölner Südstadt Form annehmen wird. Ab Ende 2026 sollen die Melanchthon-Akademie, die Evangelische Familienbildungsstätte, das Evangelische Jugendreferat, das Schulreferat und das Pfarramt für Berufskollegs dort ein neues Zuhause finden. Dazu sind Wohnungen, ein Studierendenwohnheim und Büros für Verwaltung geplant.

Und zum Schluss des bunten Besuchs durfte natürlich eins nicht fehlen: Die feierliche Übergabe der Beffchentorte, die mit einigem Pomp durch den Raum getragen und dankend von einem fröhlichen Dreigestirn angenommen wurde.

Text: Katja Pohl
Foto(s): Matthias Pohl

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