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„Alles wirkliche Leben ist Begegnung“ – Fusionsgottesdienst der Begegnungsgemeinde

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„Alles wirkliche Leben ist Begegnung.“

Dieser Satz des jüdischen Philosophen Martin Buber inspirierte die aus dem Zusammenschluss der Gemeinden Mauenheim, Weidenpesch und Longerich entstandene „Begegnungsgemeinde“ nicht nur bei der Namensgebung, sondern soll auch deren Leitwort sein. Nachdem bereits bei einem Willkommensfest und einem Abend der Begegnung rund um die Erlöserkirche viel Gelegenheit zum gegenseitigen Kennenlernen gegeben war, wurde die Fusion mit einem Gottesdienst in der Immanuelkirche (Paul-Humburg-Straße 11) in Longerich gefeiert. Dabei konnten sich das Pfarrteam und die Gemeinde auch mit der neuen Liturgie vertraut machen, die den Neubeginn auch in der Gottesdienstform spürbar werden lässt. Musikalisch trugen Chor und Orchester unter der Leitung von Michael Burt zu einer festlichen Atmosphäre bei.

Pfarrerin Christina Schlarp teilte zunächst ihre Eindrücke vom Willkommensfest und berichtete über die zahlreichen Mitmach-Aktionen, bei denen nicht nur verschiedene Generationen, sondern vor allem auch Menschen aus verschiedenen Stadtteilen kreativ werden und ins Gespräch kommen konnten. So wurden die Buchstaben des Wortes „Begegnung“ gemeinsam gestaltet, Erde aus den verschiedenen Stadtteilen wurde als „Symbol des Zusammenwachsens“ in einer Vase gesammelt, Gemeindeglieder konnten sich zu einem zukünftigen Plausch auf der „Begegnungsbank“ an ihrem Lieblingsort im Veedel verabreden, 36 Wertewürfel stellten die Teilnehmenden vor die Herausforderung, 10 davon für ihre persönliche „Werte-Pyramide“ auszuwählen, es gab ein Wissens-Quiz und es wurde ein eigens kreierter Fusions-Cocktail ausgeschenkt.

Der Vers aus Offenbarung 21 „Siehe, ich mache alles neu!“ stand als hoffnungsvolle Zusage über der Predigt von Pfarrerin Susanne Zimmermann. „Gott verheißt uns Zukunft“, führte sie aus, das verleihe Zuversicht auch in schwierigen Situationen. Zimmermann erinnerte an den langen, intensiven Weg, der der Fusion vorausgegangen sei. „Wie Fremde sind wir uns am Anfang begegnet!“, blickte sie zurück. Nun beobachte sie „Freude am Anderen, wachsendes Vertrauen und pragmatisches Handeln.

Ihre Vision für die neue Gemeinde fasste Susanne Zimmermann in drei Bilder. Ein „Tisch der Begegnung“ sei nicht nur der (preisgekrönte) multifunktionale Abendmahlstisch, sondern Tische sollten auch an anderen Orten in der Gemeinde Platz für Gemeinschaft bieten.

Der blaue und der gelbe Fisch im neuen Logo der Gemeinde überschneiden sich, aber die beiden Farben gehorchen nicht der gängigen Farbenlehre, indem sie sich zu Grün mischen, sondern die Schnittfläche ist rot – die Farbe der Liebe. „Reibung erzeugt Wärme“, erklärte Susanne Zimmermann. Als drittes Bild wählte sie die „Bank der Begegnung“, die so etwas wie das „Symbol-Möbelstück“ der Fusion ist – beweglich, kommunikativ und einladend. „Gott überfordert uns nicht, traut uns aber viel zu“, machte sie den Anwesenden Mut.

„Wir werden uns aber auch nicht abfinden!“, versprach Zimmermann in Hinblick auf Missstände sowohl innerhalb der Kirche als auch in der Stadtgesellschaft oder angesichts der politischen Weltlage. Gott habe „keine Teilrenovierung, sondern eine komplette Neuschöpfung“ versprochen.

Superintendent Markus Zimmermann übernahm die Aufgabe, zunächst die ausscheidenden Presbyterinnen und Presbyter zu verabschieden und dann die Mitglieder des vom Kreissynodalvorstand 15-köpfigen Bevollmächtigtenausschusses einzuführen. Dr. Beate Lehndorff, Oliver Lukosch, Baukirchmeisterin Karin Schiefer und Anja Porath werden dem Leitungsgremium der Gemeinde nicht mehr angehören. Alle wirken aber weiterhin in anderen Funktionen bzw. Ausschüssen der Gemeinde mit. Für alle gab es einen mit dem Logo der Begegnungsgemeinde bedruckten Kaffeebecher als „greifbare“ Erinnerung an diesen besonderen Tag. Ein Dank ging auch an das Ehepaar Kampmann-Mathé, das nicht nur den Fusionsprozess intensiv begleitet, sondern sich auch an den Vorbereitungen der Feierlichkeiten beteiligt hatte. So stammt z.B. der Text des Mottoliedes „Zusammenstehen“ von Andrea Mathé.

Das „letzte Wort“ hatte in ökumenischer Verbundenheit Pastoralreferent Markus Sprenger aus der katholischen Nachbargemeinde. „Vor 50, 60 Jahren hätte es das nicht gegeben!“, erklärte dieser und ergänzte in Hinblick auf die etwas schleppender verlaufenden Fusionsprozesse in der katholischen Kirche: „Herzlichen Glückwunsch! Ihr habt schon einen großen Schritt getan!“

Nach dem Gottesdienst wurde zunächst mit Sekt auf die Fusion angestoßen, bevor am Buffet Gelegenheit zum Weiterfeiern und für lebendige „Tisch“-Gemeinschaft war.

Text: Priska Mielke
Foto(s): Priska Mielke

Der Beitrag „Alles wirkliche Leben ist Begegnung“ – Fusionsgottesdienst der Begegnungsgemeinde erschien zuerst auf Evangelischer Kirchenverband Köln und Region.