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Abschied und Neubeginn: Diakon Tobias Knöller verabschiedet sich von der Antoniterkirche

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Die Antoniterkirche in der Kölner Innenstadt: Gegen Ende der feierlichen Evangelischen Messe am Ostersonntag wurde es sehr emotional. Nachdem er zuvor mit Pfarrer Markus Herzberg noch eine gemeinsame Liedpredigt zu Strophen von „Wach auf, mein Herz, die Nacht ist hin“ (EG 114) gehalten hatte, wurde Diakon Tobias Knöller von Herzberg entpflichtet.

Knöller fungierte seit Anfang 2021 als Leiter der Evangelischen Kircheneintritts- und Informationsstelle (EKI) an der Antoniterkirche. Angeboten wird die EKI vom Evangelischen Kirchenverband Köln und Region sowie den von ihm repräsentierten Gemeinden in enger Kooperation mit der Evangelischen Gemeinde Köln. Letztere führt auch die Dienstaufsicht. Der heute 40-jährige Knöller war zudem zuständig auch für die Organisation der werktäglichen 10-Minuten-Andachten und die Koordination der ehrenamtlich Mitarbeitenden. Vielfältig engagierte er sich in verschiedenen Bereichen der Gemeindearbeit. Ende 2022 etwa rief er mit der Therapeutin und Trauerbegleiterin Louisa Noack das Seelsorge-Angebot „Offenes Ohr“ ins Leben.

„Da mein Ehemann Pastor in der Nähe von Lübeck ist, zieht es mich nun auch in der Norden“, sei sein Abschied ausschließlich privat begründet. „Ich übernehme im Kirchenkreis Lübeck-Lauenburg als Diakon eine Entlastungspfarrstelle. Zwischen Hamburg und dem Ostseestrand werde ich also viel unterwegs sein und freue mich auf die vielseitigen Begegnungen und die verschiedenen Einsatzorte.“

Innerhalb der Entpflichtung dankte Herzberg Knöller im Namen des Presbyteriums der Evangelischen Gemeinde Köln sowie des Evangelischen Kirchenverbandes, dass er sich mit seinen Gaben und Kräften lebendig eingebracht habe. Er habe die Gemeinde ein Stück ihres Weges und gefühlt viel zu kurz begleitet. Als sichtbares Andenken an dessen Zeit an der Antoniterkirche überreichte der Pfarrer ein rares Baustück des um 1380 eingeweihten Gotteshauses. „Das nimmst du mit in den Norden und du versprichst uns, uns nicht zu vergessen.“ Mit einer herzlichen Umarmung „besiegelten“ beide die „Vereinbarung“.

„Ich selbst möchte für eine Kirche tätig sein, die an ihre eigene Zukunft glaubt“

Zuvor schon hatte die Gemeinde ihre Wertschätzung gegenüber dem scheidenden Diakon auch im aktuellen Quartalsprogramm „AntoniterCityNews“ formuliert. „Mit seiner lebendigen und zugewandten Art“ sei er „für das Team an der Antoniterkirche und den Kreis der ehrenamtlich Tätigen eine große menschliche Bereicherung“ gewesen. In seiner Funktion als EKI-Leiter habe er „mit Empathie, Kreativität und viel Elan“ der Evangelischen Kirche Kölns ein ganz persönliches Gesicht gegeben: „Lieber Tobi, wir vermissen Dich schon jetzt.“

Im Gespräch mit Kirche-Köln erinnerte Knöller seine Motivation, sich damals in Köln zu bewerben. Die Leitung der EKI an der Antoniterkirche sei ihm wie auf den Leib geschrieben gewesen. „Das war ein Glücksfall. Ich selbst möchte für eine Kirche tätig sein, die an ihre eigene Zukunft glaubt. Dafür steht ja die Arbeit in der EKI. Es geht darum, um eine Mitgliedschaft in der Evangelischen Kirche zu werben und Menschen willkommen zu heißen, die den Weg zurückfinden in die Gemeinschaft der Kirche.“ Die „nur kurze“ Zeit in Köln habe ihn trotzdem sehr geprägt, stellt er fest. „Ich wurde als hauptamtlicher Mitarbeiter ordiniert, das heißt, ich durfte auch selbständig Gottesdienste feiern, taufen, trauen und bestatten. Das hat mir große Freude gemacht und ich entdeckte Gaben und Fähigkeit in mir, von denen ich vorher noch gar nichts wusste.“

„Wir haben alle an einem Strang gezogen“

Nach seinen Erfahrungen an der Antoniterkirche und in der Stadt befragt, kommt Knöller auf das „einfach sehr schöne Arbeitsumfeld“ zu sprechen. Er hebt die gute Gemeinschaft hervor. „Wir haben alle an einem Strang gezogen. Die rheinische Lebensart spielt dabei natürlich auch eine große Rolle! Man durfte auch mal Fehler machen und wir haben herzlich miteinander gelacht!“ In der Gemeindearbeit habe er gelernt, „wie wichtig das Ehrenamt ist“. Ohne engagierte Gemeindeglieder und Ehrenamtliche könne beispielsweise die Antoniterkirche nicht täglich offengehalten werden. „Das Ehrenamt ist für mich auch ein Schlüssel für die Zukunft der Kirche“, betont der Diakon.

Knöller, der aus einem 200-Seelen-Dorf auf dem rheinland-pfälzischen Hunsrück stammt, sieht mit Blick auf die Gemeindearbeit die Bedürfnisse der Menschen überall gleich. Ob in einer Dorfgemeinde oder einer Citykirche – „Menschen sehnen sich nach Spiritualität und Gemeinschaft, nach Inhalten, die Relevanz für ihren Alltag haben“. Zum Amtsantritt in Köln in Corona-Zeiten vermittelte der Diakon in einem Video, dass er Lust machen wolle „auf evangelische Kirche, auf Spiritualität, Gemeinschaft, unsere Weltoffenheit“. Das seien genau die Dinge, die an der AntoniterCitykirche gelebt würden, sagt er heute. „Da musste ich gar nicht viel selber machen. Mit meinem eigenen geistlichen Leben und meinen Vorstellungen von Kirche habe ich mich einfach in dieser Gemeinde sehr zu Hause gefühlt.“

Wie ist es um seine Nachfolge in der Gemeinde Köln bestellt? Momentan liefen noch Gespräche zwischen dem Kirchenverband und der AntoniterCitykirche über die zukünftige Gestaltung der EKI-Arbeit, so Knöller. „Ich wünsche meinem Nachfolger oder meiner Nachfolgerin, dass sie oder er sich genauso wohlfühlt auf dieser Stelle und an diesem Ort! Auf sie oder ihn wartet ein tolles Team, auf das man sich freuen kann!“

Text: Engelbert Broich
Foto(s): Engelbert Broich

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